Die gute Nachricht vorweg: Klassische Oracle Technologie Audits auf Datenbankebene werden 2026 seltener. Aus meiner Sicht ist das konsequent. In den letzten Jahren haben sich zwei Dinge massiv verbessert:
- SAM-Tools liefern heute deutlich präzisere Daten
- Fachbereiche verfügen über mehr Lizenz-Know-how als noch vor fünf Jahren
- Die Fehlerquote in klassischen DB-Lizenzierungen ist damit für Oracle weniger attraktiv. Der Aufwand lohnt sich schlicht nicht mehr.
Die Kehrseite: Vertragsnutzung rückt in den Fokus
Was stattdessen zunimmt, sind Prüfungen der vertraglichen Nutzung im Technologie-Umfeld. Warum? Weil sie für Oracle effizient sind und hohe Nachforderungen ermöglichen.
Typische Prüffelder, die wir bereits sehen:
- vLAN-Konzepte und Netzwerksegmentierung
- fehlende oder unklare Segregation-Approvals
- Nutzerdefinitionen und Rollenmodelle
Gerade bei Nutzerdefinitionen ist die Hürde niedrig. Häufig reicht eine einfache Internet- oder LinkedIn-Recherche, um Annahmen über Rollen und Zugriffsrechte zu treffen. Diese Annahmen sind nicht immer korrekt, aber sie bilden die Grundlage für Forderungen.
Fazit: Die technische Installation rückt in den Hintergrund. Der Vertragstext wird zur primären Angriffsfläche.
Oracle Java: das unterschätzte Risiko
Ein weiteres zentrales Thema für 2026 ist Oracle Java.
Oracle kontrolliert Downloads inzwischen systematisch. Das Risiko liegt dabei weniger in der tatsächlichen Nutzung als im Lizenzrechtlichen Konstrukt:
- Erfolgt ein Java-Download ohne bestehenden Subscription-Vertrag,
- kommt der Lizenzvertrag unter dem Recht des Staates Kalifornien zustande
- und ist von der tatsächlichen Nutzung entkoppelt
Das bedeutet konkret: Schon wenige installierte Kopien der kostenpflichtigen Java-Version können zu signifikanten finanziellen Forderungen führen, unabhängig davon, wie intensiv Java eingesetzt wird.
In der Praxis sehen wir genau hier die größten Überraschungen.
2026 ist kein Jahr für Reaktion, sondern für Steuerung
Die Quintessenz ist klar: Die Risiken verschwinden nicht. Sie verlagern sich.
Unternehmen, die 2026 sicher aufgestellt sein wollen, müssen:
- vertragliche Regelungen aktiv überwachen
- Nutzungsannahmen nachvollziehbar dokumentieren
- Java explizit in ihr SAM integrieren
- Audits nicht abwarten, sondern simulieren
Genau hier liegt der Unterschied zwischen „Audit überstehen“ und Lizenzkosten aktiv steuern.
Wie wir hier unterstützen können
Mit Managed Compliance für ITAM adressiert DBConcepts genau diese neue Realität:
- kontinuierliche Transparenz über Vertragsnutzung
- strukturierte Risikobewertung statt Ad-hoc-Reaktion
- Audit-Readiness ohne operative Hektik
- klare Entscheidungsgrundlagen für IT und Einkauf
Nicht als Tool-Versprechen, sondern als dauerhaftes Betriebsmodell.
Schlussgedanke
2026 belohnt keine Unternehmen mit der besten Technik. Es belohnt jene, die ihre Lizenzrisiken kennen, bewerten und steuern.
Wer das Thema jetzt strukturiert angeht, spart nicht nur Kosten.
Er gewinnt Planungssicherheit. Und genau die fehlt in vielen Oracle-Umgebungen seit Jahren.







